Anmerkungen zur Rentenhypothek (ein Beitrag von Wolfgang von Nostitz)

Die Hannoversche Leben hat mit ihrem Angebot "Rentenhypothek" einen
ersten, wenn auch noch kleinen Schritt in Richtung "Heim und Rente",
also Verrentung der eigengenutzten Immobilie getan. Ein Darlehn wird
angeboten, das erst nach Ableben zur Rückzahlung fällig wird und
lebenslänglich zum gleichen Satz zu verzinsen ist. Was der
Darlehnsnehmer mit dem Geld macht, ist laut Angaben seine Sache.
Vorzeitige Tilgung ist möglich, also etwa bei Verkauf des Eigenheims und
Umzug in ein Heim. Soweit so gut.
Die Hürden zu diesem Darlehn sind allerdings hoch:  eigengenutzte
lastenfreie Immobilie, deren Wert nur zum Teil beliehen wird. Die Zinsen
sind laufend zu entrichten. Nur Rentner mit einer gesicherten Rente, die
die Zinsen und die Lebenshaltung abdeckt,  kommen infrage.

Denkt man  die zum Model "Heim und Rente"  dazu noch erforderlichen
Schritte für sich  weiter und   unternimmt sie selbst,  merkt man, daß
die Hannoversche in der richtigen Richtung unterwegs ist. Erwirbt man
nämlich mit dem Darlehnsbetrag bei einer Versicherung eine
lebenslängliche Rente, könnte sich folgende Rechnung ergeben. Darlehnsbetrag z.B. 100.000 €, Zins 5,1 p.a..Jahreszinsbelastung €
5.100,  Mit 100.00 €  kann, je nach Angebot, eine Jahresrente von ca
8.700 € erworben werden, sodaß für den Rentner verbleiben   € 3.600 das
sind monatlich € 300.
Das scheint für € 100.000 wenig zu sein. Zu bedenken ist aber,  daß  die
Substanz, aus der dieser Ertrag fließt , die Immobilie ist, die weiter
selbst genutzt  wird. Der Mietwert dieser Immobilie  ist also dem
"Ertrag" zuzurechnen. Wenn die Immobilie verkauft würde und aus dem
Erlös € 100.000 angelegt, käme auch eine Miete in Ansatz.  Hier kommt
noch hinzu, daß ein Mehrerlös aus der Immobilie nicht dem Anbieter des
Modells, sondern den Erben zufließt.
Ist einmal der Beginn gemacht, werden andere Anbieter nachziehen. Die
Erkenntnis, welchen (wenn auch "nur") emotionalen Wert  das Verbleiben
im Eigenheim  hat, dessen (subjektiver) Wert nach Lebensende sich in
Nichts auflöst,  wird sich irgendwann doch in den Köpfen unserer
Finanzmathematiker durchsetzen.

 

Ein Beitrag von Wolfgang von Nostiz (ohne jegliche Verbindung zur genannten Versicherung).

Wolfgang von Nostitz ist Rechtsanwalt in München. Er befasst sich seit mehreren Jahren mit dem Verzehr von Immobilienkapital und hat im Jahr 1999 für sein Konzept "Heim & Rente" einen für die beste Finanzierungsidee des Jahres der Zeitschrift "Immobilien Manager" gewonnen.

Die Veröffentlichung des Beitrags bedeutet nicht, dass der Beitrag die Meinung des Beitreibers der Internetseite widerspiegelt.



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